Rennen 2007

  •   24.Juni

Collin - der Glückliche beim MX-Master in Aichwald

 

Hallo Fans,

ich bin bereits Freitag früh nach Aichwald gefahren, um Jürgen (Scharnbach) beim Aufbauen zu helfen und weil ich neugierig war. Obwohl es einige Tage zuvor ganz schön geregnet hatte, war die Strecke ganz gut in Schuss. Abends bin ich wieder nach Schorndorf gefahren und habe mich gefreut, dass Aichwald so nahe an meinem Zuhause liegt, denn im eigenen Bett schlafen, ist schon was Schönes!

Am Samstag bin ich wieder ganz in der Frühe an der Strecke gewesen. Die Bahn hat prima ausgesehen. Im freien Training schien mir der Boden so perfekt, dass man nur das Knie rausstrecken musste und nicht das ganze Bein. Ja, es war schon richtig gut und hat viel Laune gemacht. Hmmm… leider hatte ich  bereits nach wenigen Runden dicke Arme. Das kommt davon, wenn man so lange keine Rennen fährt, dachte ich bei mir. Ich war in meiner Gruppe Vierter und das hat mich schon erstaunt, denn eigentlich fühlte ich mich gar nicht so extrem schnell. Aber mein Motorrad war wohl so perfekt eingestellt. Mein Fahrwerk war dank Hubi (Hoffmann v. HH-RaceTec) auf dieser Strecke ein Traum. Im Pflichttraining war ich dann in meiner Gruppe Sechster. Ich will ehrlich sein, damit war ich nicht ganz zufrieden, denn ich bin gerade bei einer richtig schnellen Runde zum Schluss in reichlich Verkehr geraten und konnte so die Rundenzeit nicht bis ins Ziel retten. Und noch so eine Runde hinterher zu zaubern, ist bei meinem nicht optimalen körperlichem Zustand kaum machbar. Ich muss mir meine Kräfte schon einteilen, denn durch meine Verletzung fehlen mir noch ein paar Konditionseinheiten und für meine Arme ist das auch extrem.

Bei der Fahrervorstellung musste ich zusammen mit Tyler (Rattray) und Max (Nagl) auf die Bühne. Das Festzelt war gerammelt voll und es war alles perfekt inszeniert.

Sonntag:

Ich habe mein Fahrrad geholt, um mich richtig warm zu machen. Da bin ich 40 Minuten am Stück geradelt, was wirklich wichtig ist und auch den Armen gut tut. Manuel Chittaro kam noch vorbei und ich habe ihm die Schulter getapt. Dann war freies Training und ich hatte ein gutes Gefühl. Danach war Autogrammstunde und man traf auf viele bekannte Gesichter.

Lauf 1:

Ich war schon nervös, denn mir war ziemlich klar, dass meine körperliche Verfassung momentan vielleicht nicht für 35 Minuten +2 Runden reichen würde. Ich wollte sehr konzentriert starten und dann schauen, was ich so machen kann. Wollte es eigentlich ruhiger angehen und dann hatte ich fast den Holshot. Nur Tyler und Schiffe (Marcus Schiffer) waren vor mir und das, weil ich nicht absolut das Letzte riskieren wollte. Mit Avis (Wyatt) habe ich während dieser Phase 2 mal die Plätze getauscht und ich war dabei gut drauf, wenn ich mich auch fragte, wie lange es reichen wird. Nach der fünften (meiner schnellsten) Runde musste ich wegen der Arme etwas drosseln. Ich wollte ein gleichmäßiges Rennen fahren und so habe ich dann auch Cornel (Nemeth) und Bradly (Graham) ziehen lassen. Natürlich nur wegen meiner Arme =), aber ich war überrascht, dass nicht noch mehr von hinten kamen. Dann ein paar Runden vor Schluss habe ich einen ganz dummen Fehler gemacht. Wie ich`s meinen Schülern immer sage: „Der Gasgriff ist kein Schalter!“ …das hatte ich wohl selber vergessen und den Hahn so aufgerissen, dass es mich prompt zu Boden katapultiert hat. Dabei brach meine Vorderbremse ab und ich bin schließlich verärgert raus gefahren. Frustriert auch deswegen, weil ich den 5. Platz wahrscheinlich locker nach Hause gefahren hätte. Und das, obwohl ich in den letzten 5 Wochen nicht wirklich trainieren konnte und für so ein Master-Rennen nicht ausreichend vorbereitet war. Oh, habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich auch schon richtig platt nach dem ersten Lauf war …

Lauf 2:

Vom Startgitter war ich gut weg, aber Tyler und Marcus waren noch schneller beim Start. Dann war auch noch plötzlich Florent (Richier) vor mir. Und auch Cornel kam vorbei. Ist ja immer sehr schnell unterwegs und kann auch sich durch`s Feld kämpfen, aber hey Junge: Du musst den Start üben! Tyler war schon extrem schnell unterwegs und das auf dem doch leicht rutschigem Boden! Ich habe mich voll auf die Strecke konzentriert und wollte in meinem Stil, unbeeindruckt von dem um mich herum, die Runden abspulen. Als ich nach einer langen Zeit sah, dass es noch 17 Minuten +2 Runden sind, brach meine Welt beinahe zusammen und ich dachte, das schaffst Du nie! Doch dann ist viel passiert. Marcus seine Maschine streikte und Florent ist in einer Kurve ausgerutscht. Oh mein Gott – da war ich ja plötzlich Dritter! Aber ich wusste, die kommen bestimmt bald wieder von hinten. Doch habe ich die letzte Energie aus meinem Körper „abgesaugt“, um als Dritter durch`s Ziel zu kommen und es geschafft!!! Ich war fix und fertig und noch mehr alle, aber auch glücklich und zufrieden mit meiner Leistung!!!

Solche Momente sind auch für mein Team wichtig, bei all der Zeit, die sie mir opfern und in der sie für mich da sind. Und auch nach so vielen Ausfällen und Verletzungen. Das ist mein Dank an Jürgen & Jutta, Heidi & Heinz und für alle Fans an der Strecke, die mir die Treue halten und so anfeuern. Danke Euch allen!!!

Euer   

P.S.: Unser Dank für die Fotos geht an Heidi Sanz und an das MX-FOTOTEAM Sickert! Von Jens Pohl gibt`s hier noch die Rennberichte.