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Hallo Fans,
ich bin bereits Freitag früh nach Aichwald
gefahren, um Jürgen (Scharnbach) beim Aufbauen zu helfen und weil ich
neugierig war. Obwohl es einige Tage zuvor ganz schön geregnet hatte,
war die Strecke ganz gut in Schuss. Abends bin ich wieder nach
Schorndorf gefahren und habe mich gefreut, dass Aichwald so nahe an
meinem Zuhause liegt, denn im eigenen Bett schlafen, ist schon was
Schönes!
Am Samstag bin ich wieder ganz in der Frühe
an der Strecke gewesen. Die Bahn hat prima ausgesehen. Im freien
Training schien mir der Boden so perfekt, dass man nur das Knie
rausstrecken musste und nicht das ganze Bein. Ja, es war schon richtig
gut und hat viel Laune gemacht. Hmmm… leider hatte ich bereits nach
wenigen Runden dicke Arme. Das kommt davon, wenn man so lange keine
Rennen fährt, dachte ich bei mir. Ich war in meiner Gruppe Vierter und
das hat mich schon erstaunt, denn eigentlich fühlte ich mich gar nicht
so extrem schnell. Aber mein Motorrad war wohl so perfekt eingestellt.
Mein Fahrwerk war dank Hubi (Hoffmann v. HH-RaceTec) auf dieser Strecke
ein Traum. Im Pflichttraining war ich dann in meiner Gruppe Sechster.
Ich will ehrlich sein, damit war ich nicht ganz zufrieden, denn ich bin
gerade bei einer richtig schnellen Runde zum Schluss in reichlich
Verkehr geraten und konnte so die Rundenzeit nicht bis ins Ziel retten.
Und noch so eine Runde hinterher zu zaubern, ist bei meinem nicht
optimalen körperlichem Zustand kaum machbar. Ich muss mir meine Kräfte
schon einteilen, denn durch meine Verletzung fehlen mir noch ein paar
Konditionseinheiten und für meine Arme ist das auch extrem.
Bei der Fahrervorstellung musste ich
zusammen mit Tyler (Rattray) und Max (Nagl) auf die Bühne. Das Festzelt
war gerammelt voll und es war alles perfekt inszeniert.
Sonntag:
Ich habe mein Fahrrad geholt, um mich
richtig warm zu machen. Da bin ich 40 Minuten am Stück geradelt, was
wirklich wichtig ist und auch den Armen gut tut. Manuel Chittaro kam
noch vorbei und ich habe ihm die Schulter getapt. Dann war freies
Training und ich hatte ein gutes Gefühl. Danach war Autogrammstunde und
man traf auf viele bekannte Gesichter.
Lauf 1:
Ich war schon nervös, denn mir war ziemlich
klar, dass meine körperliche Verfassung momentan vielleicht nicht für 35
Minuten +2 Runden reichen würde. Ich wollte sehr konzentriert starten
und dann schauen, was ich so machen kann. Wollte es eigentlich ruhiger
angehen und dann hatte ich fast den Holshot. Nur Tyler und Schiffe
(Marcus Schiffer) waren vor mir und das, weil ich nicht absolut das
Letzte riskieren wollte. Mit Avis (Wyatt) habe ich während dieser Phase
2 mal die Plätze getauscht und ich war dabei gut drauf, wenn ich mich
auch fragte, wie lange es reichen wird. Nach der fünften (meiner
schnellsten) Runde musste ich wegen der Arme etwas drosseln. Ich wollte
ein gleichmäßiges Rennen fahren und so habe ich dann auch Cornel (Nemeth)
und Bradly (Graham) ziehen lassen. Natürlich nur wegen meiner Arme =),
aber ich war überrascht, dass nicht noch mehr von hinten kamen. Dann ein
paar Runden vor Schluss habe ich einen ganz dummen Fehler gemacht. Wie
ich`s meinen Schülern immer sage: „Der Gasgriff ist kein Schalter!“ …das
hatte ich wohl selber vergessen und den Hahn so aufgerissen, dass es
mich prompt zu Boden katapultiert hat. Dabei brach meine Vorderbremse ab
und ich bin schließlich verärgert raus gefahren. Frustriert auch
deswegen, weil ich den 5. Platz wahrscheinlich locker nach Hause
gefahren hätte. Und das, obwohl ich in den letzten 5 Wochen nicht
wirklich trainieren konnte und für so ein Master-Rennen nicht
ausreichend vorbereitet war. Oh, habe ich eigentlich schon erwähnt, dass
ich auch schon richtig platt nach dem ersten Lauf war …
Lauf 2:
Vom Startgitter war ich gut weg, aber Tyler
und Marcus waren noch schneller beim Start. Dann war auch noch plötzlich
Florent (Richier) vor mir. Und auch Cornel kam vorbei. Ist ja immer sehr
schnell unterwegs und kann auch sich durch`s Feld kämpfen, aber hey
Junge: Du musst den Start üben! Tyler war schon extrem schnell unterwegs
und das auf dem doch leicht rutschigem Boden! Ich habe mich voll auf die
Strecke konzentriert und wollte in meinem Stil, unbeeindruckt von dem um
mich herum, die Runden abspulen. Als ich nach einer langen Zeit sah,
dass es noch 17 Minuten +2 Runden sind, brach meine Welt beinahe
zusammen und ich dachte, das schaffst Du nie! Doch dann ist viel
passiert. Marcus seine Maschine streikte und Florent ist in einer Kurve
ausgerutscht. Oh mein Gott – da war ich ja plötzlich Dritter! Aber ich
wusste, die kommen bestimmt bald wieder von hinten. Doch habe ich die
letzte Energie aus meinem Körper „abgesaugt“, um als Dritter durch`s
Ziel zu kommen und es geschafft!!! Ich war fix und fertig und noch mehr
alle, aber auch glücklich und zufrieden mit meiner Leistung!!!
Solche
Momente sind auch für mein Team wichtig, bei all der Zeit, die sie mir
opfern und in der sie für mich da sind. Und auch nach so vielen
Ausfällen und Verletzungen. Das ist mein Dank an Jürgen & Jutta, Heidi &
Heinz und für alle Fans an der Strecke, die mir die Treue halten und so
anfeuern. Danke Euch allen!!!
Euer

P.S.: Unser Dank für die
Fotos geht an
Heidi Sanz
und an das
MX-FOTOTEAM Sickert! Von Jens Pohl gibt`s hier noch die
Rennberichte. |