News aus dem Archiv


 
  • 13. Januar  

Collin verletzt sich beim Supercross in Dortmund

 
Vorfreude, schönste Freude ... Dortmund adé!

Hallo Leute, bei mir war es gestern nicht so gut. Doch dazu später!

Ich bin ja am Donnerstag schon sehr früh angereist. Ich hatte eine neue Idee mit dem Aufbau unseres Standes. Und ein Freund von mir, der Klaus Bremse, hat mir dann dabei geholfen, nämlich ein 2-stöckiges Fahrerlager aufzubauen. Das sieht sehr gut aus und hat nicht nur mir gefallen. Ich konnte schon die Strecke testen und wurde dabei von vielen Presseleuten beobachtet, weil wir im Anschluss auch gleich die angekündigte Pressekonferenz hatten. Danach sind wir ins Hotel zurück, wo ich mich gleich mal in den Pool geschmissen habe.

Freitag bin ich sehr gespannt in die Halle gefahren. Mein Motorrad war sehr gut vorbereitet und sah wie immer ganz schick aus. Das Training war schwer. Ich war in Gruppe 3 und die Strecke war für uns schon ziemlich kaputt, so richtig mit vielen tiefen Rillen! Im Pflichttraining war ich Fünfter und das war dann auch ganz o.k. Die Show war in der Dortmunder Halle wieder der blanke Wahnsinn.
Ich war im dritten Vorlauf und bin gut vom Start weg und gleich als Zweiter in die erste Kurve eingebogen. Nach dem Waschbrett bin ich nach innen auf die linke Seite gefahren und konnte den kleinen Doppel nicht springen. Damien Plotts hat aber den Fehler gemacht und ist nach dem Sprung genau auf meiner linken Seite gelandet. Ich dachte nur: „Toll“ erstes Rennen, 2. Kurve und das Aus in aussichtsreicher Position liegend. Ich merkte gleich, dass mein Daumen kaputt war und der Unterarm völlig taub. Ich bin sofort zum Klinikmobil gelaufen und da wurde das auch bestätigt. Sie haben mir alles eingegipst und ich bin zurück ins Hotel gefahren. Heute morgen war ich nochmals in der Klinik zum Check. Auch wenn die Rennen für mich gelaufen sind, werde ich nicht heimfahren. Ich weiß, dass viele meiner Fans einen weiten Weg gemacht haben. Nun möchte ich sie nicht enttäuschen, mich mit ihnen trotzdem treffen und selber wenigstens noch zuschauen. Werde ich mich also erst am Montag in Frankfurt in die BG Klinik begeben.
Ich habe schon gehört, dass das gestrige Finale wahnsinnig war. Nun bin ich gespannt auf den heutigen Abend.

Euer  

P.S.: Auf meinem neusten Foto habe ich auch gleich noch ein bisschen Metall aus der Vergangenheit in meinem Unterarm wieder gefunden =). Da ist das mit dem Daumen doch eigentlich harmlos... Gratis dazu: 208 Fotos aus der Kamera von Heidi Sanz!


  •  23.Januar

Collin bei den grünen Männchen ...

 

Hallo Freunde,
ich musste eine Woche warten, bis erst die Fleischverletzung vom Sturz geheilt war, um dann den gebrochenen Daumen "reparieren" zu lassen. Nun bin ich gestern, vorsorglich gleich nüchtern, also OP-tauglich ohne Speis und Trank, in die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik nach Frankfurt gefahren und habe mich direkt auf der mir bestens bekannten Station A 4 angemeldet. Nüchtern deshalb, weil man ja nie weiß, was so ein Besuch bringt und ob eine Narkose schon auf mich lauert.
Den Chefarzt Herrn Dr. Winkle, der Arzt meines Vertrauens und der einzige, der meine Hände operieren darf, den kann ich nur wärmstens empfehlen. Und dann ging alles sehr schnell: Labor und EKG, wo man sich über meinen niedrigen Puls von 47 gewundert hat und dann ab zur Horror-Verkleidungs-Show! OP-Hemd, Einweg-Unterwäsche, OP-Kompressionsstrümpfe, ein Mützchen usw. - halt das große Programm für einen kleinen Daumen! Und eine Tablette gab’ s noch. Etwa zur Beruhigung??? Als ob ich mit so einem kleinen Knochenbruch nicht schon meine Erfahrung hätte. Wenn ich 2 Hände frei hätte und gutes Handwerkzeug aus dem Baumarkt, dann würde ich glatt so etwas selber reparieren =). Doch dann ging es auch schon ab durch die Katakomben zur OP. Wie durch eine Babyklappe wurde ich an die grünen Marsmenschen durch die Luke gereicht. Aber ich passte mit meiner Verkleidung dort auch gut ins Team, schmunzelte ich. Nun lasst mal die Party beginnen, waren meine letzten Gedanken, bevor ich mich ergab.
Dann konnte ich aber doch einiges lernen. Der Arm wurde betäubt durch eine Spritze knapp unterm Schlüsselbein. Mit Strom wurde der Nerv, der zum Daumen führt, gesucht und dann ebenfalls mit einer Spritze lahm gelegt. Das Leben entwich daraufhin aus dem Arm. Bei der OP selbst wurde meine Sicht auf' s Geschehen durch eine Trennwand verhindert. Und das trotz meines Protestes, denn ich wollte ja für das nächste Mal lernen! Also habe ich den Worten der Ärzte gelauscht und das war hochinteressant. Hmmm, nun glaube ich, mit den Werkzeugen eines Heimwerkers wäre ich doch nicht weit gekommen. Ging alles ziemlich fix vonstatten. Der Arm war noch 5 Stunden danach taub, aber auch anschließend hielt sich der Schmerz in Grenzen. Ich habe noch eine Tablette bekommen und gut geschlafen.

Heute hat sich Dr. Winkle das Wunderwerk noch angeschaut und eine nur ganz kleine Schiene angelegt. Was man alles schon so macht. Einfach mit ein paar Drähten, Platten und Edelschrauben wird wohl inzwischen schon fast alles zusammengeschraubt. Es ist nach und nach so viel Edelmetall in meinem Körper, da müsste das ja eigentlich schon zu einer Wertsteigerung meines ICH’s geführt haben =), oder? Jedenfalls darf ich ohne Rettungsring bald nicht mehr ins Schwimmbad. Die Probleme auf Flugplätzen an den Metalldetektoren kenne ich ja schon.=)

Heute ist noch Ruhetag angesagt, aber morgen geht’s schon mit Krankengymnastik los. Also, wem es derzeitig auch so geht, der kann an mich denken, wenn geklöppelt wird. Ich habe auch ein Bild vom Kunstwerk des Herrn Doktors. Wahnsinn, aber so bin ich bald wieder auf meinem Moped und das ist mir das Wichtigste!
Viele Grüße

Euer  
 


 

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